Wenn der CEO nur im Geiste anwesend ist

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seit 3 Monaten by Adriana Palasescu

Wenn der CEO nur im Geiste anwesend ist

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Das Innenleben eines Unternehmens blieb lange Zeit für den Außenseiter ein Mysterium. Einen Einblick bekam man nur durch in den Medien breitgetretene Büro-Klatsch-Geschichten, die jedoch nur selten den Weg an die Öffentlichkeit fanden. In der heutigen Zeit ist das anders: der Ausbau der Unternehmenstransparenz schreitet immer mehr voran. Mit Markennamen wie Innocent, ein Unternehmen, das ein Familiengefühl porträtiert, das Angestellte und Kunden mit einschließt, und dem Aufstieg von Seiten wie Hunted, durch die einem ein buchstäblicher Einblick ins Büroleben geboten wird, wird die persönliche Auseinandersetzung mit unseren Angestellten und Kunden immer wichtiger. Dies ist ganz im Sinne von Management-Consultant Peter Drucker, der sich folgendermaßen dazu äußert: „Der CEO ist die Verbindung zwischen dem Inneren, also der Organisation, und dem Äußeren, der Gesellschaft, dem Markt und den Kunden.“ Somit wird die Rolle des CEOs in diesem Kommunikationsgefüge immer wichtiger.

Im letzten Monat wurden wir alle Zeuge eines medialen Nachspiels, das durch die Abwesenheit von Premierministerin Theresa May bei der TV-Debatte auf BBC1 ausgelöst wurde, und die wahrscheinlich mehr öffentliche Aufmerksamkeit erzeugte als das etwaige – durch ihre Präsenz auftauchende – schwierige Themen hätten tun können. Ihre Entscheidung stattdessen Amber Rudd in den Ring zu schicken ist ungefähr so also würde man sich durch seinen Chefsekretär in einem Disziplinarverfahren vertreten lassen. Kein Wunder also, dass viele Memes von May die Folge waren wie auch die Anzweifelung ihrer Führungsqualitäten. Somit zeigt sich, dass ein abwesender CEO einerseits Misstrauen hervorrufen und andererseits Frakturen innerhalb des Unternehmens schaffen kann.

Während man in allen Unternehmen ein offenes Image pflegen kann, ist die Größe des Betriebs ausschlaggebend. Auch wenn die Geschäftsleitung die Möglichkeit hat, die Büroräume durch Feng Shui zugänglicher zu machen, so müssen Unternehmen mit einer höheren Anzahl von Angestellten doch etwas kreativer sein.

Hier bietet sich die Nutzung von sozialen Medien an, auch wenn es sich noch nicht ganz durchgesetzt hat. 68% der Fortune 500 CEOs haben nämlich keine solche Präsenz. Zwar könnte man an dieser Stelle damit argumentieren, dass soziale Medien zu viel kostbare Zeit beanspruchen; die Transparenz des CEOs geht allerdings mit der Transparenz des Unternehmens einher – ein Faktor, der sich bei der Analyse der Kundenbeziehung als sehr wichtig erwies. Tatsächlich geben 87% der Kunden an, dass eine Online-Interaktion mit Mitarbeitern „sich positiv auf die Kaufwahrscheinlichkeit auswirkt”.

Vom Kleinen zum Großen: von Einführungsgesprächen bei ASOS zu persönlichen Briefen, die Indra Nooyi, CEO von PepsiCo, an die Eltern ihrer Angestellten schreibt, um sie für die gute Erziehungsarbeit zu loben – Unternehmen auf der ganzen Welt sind sich dessen bewusst, wie stark der CEO die Arbeitsmoral der Angestellten beeinflussen kann. Saatchi und Saatchi veranstalten monatliche ‘Familienessen’, um den Angestellten mehr Zeit mit den Führungskräften einzuräumen. Adobe schlug hingegen einen weniger traditionellen Weg ein und rief Bradchat, einen wöchentlichen Vlog ins Leben. Bradchat bietet Brad Rencher, Senior Vice President und Geschäftsführer von Adobes Marketing Cloud, ein Forum, seine Ideen zu teilen und Kontakt mit seinen Angestellten herzustellen.
„Es gibt einfach zu viele E-Mails und Konferenzgespräche. Und auch wenn diese Tools eine wichtige Rolle bei der Arbeitsbewältigung spielen, stehen sie nicht im Einklang mit allen Firmenzielen. Wir wollten also eine Weg finden, der auf alle abgestimmt ist und sich gut mit der Unternehmensvision verträgt.“

Diese Implikationen können die Arbeitsmoral der Angestellten drastisch stärken und eine stärkere Bindung zur Marke veranlassen, was sich wiederum positiv auf die Mitarbeiterbindung zum Unternehmen auswirkt. Dadurch lassen sich böse Überraschungen vermeiden, die dann hervorgerufen werden können, wenn der CEO nur im Geiste anwesend ist.
Mit den Veränderungen auf dem Markt suchen die Menschen nicht nur nach einer persönlichen Note, sondern auch nach einer persönlichen Stimme. Daher ist es wichtig, dass wir unseren Markenauftritt nicht andern überlassen, sondern auf unser Führungspersonal setzen.